Elternzeit kann bei Männern einen Einfluss auf die psychische Gesundheit haben: Eine Studie aus Schweden zeigt, dass sie das Risiko für Depressionen verringert. Entscheidend ist aber, wie viele Monate die Väter in Karenz sind.
Forschung zur Elternzeit beschäftigt sich meist mit der Gesundheit von Müttern, die psychische Gesundheit von Vätern erhielt bisher nur wenig Aufmerksamkeit. 746 Väter aus Schweden wurden deshalb von einem Forschungsteam eineinhalb Jahre lang beobachtet, beginnend als deren Babys etwa neun Monate alt waren.
Die teilnehmenden Väter beantworteten Fragen zu depressiven Symptomen zu Beginn der Studie und erneut bei einer zweiten Befragung, als ihre Kinder etwa 27 Monate alt waren. Wie lange die Väter in Karenz waren, wurde ebenfalls bei der zweiten Befragung erfasst.
Die Ergebnisse zeigen, dass Väter, die 14 bis 40 Wochen in Karenz waren, signifikant seltener Anzeichen einer Depression aufwiesen als Väter, die nur bis zu vier Wochen in Anspruch nahmen. Bei Vätern, die fünf bis 13 Wochen zu Hause blieben, war das nicht der Fall, ebenso wenig wie bei jenen, die mehr als 40 Wochen in Karenz waren.
Mehr Sicherheit in Elternrolle
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Väter, die mehr als 90 Tage (knapp 13 Wochen) in Anspruch nehmen, aber nicht mehr als 60 Prozent der Gesamtdauer der Elternzeit, eine bessere psychische Gesundheit haben, so Michael Wells, vom schwedischen Karolinska-Institut. In Schweden hat jeder Elternteil 90 nicht übertragbare Karenztage, also etwa 13 Wochen.
Das Forschungsteam vermutet, dass die Zeit zu Hause Vätern hilft, eine engere Verbindung zu ihrem Kind aufzubauen, sich in der Elternrolle sicherer zu fühlen und Alltagsroutinen zu etablieren. Das könnte wiederum das Risiko depressiver Symptome reduzieren.
Weil die psychische Gesundheit der Väter schon im Vorhinein beeinflussen könnte, wie viel Elternkarenz sie überhaupt nehmen, berücksichtigte das Forschungsteam auch die zu Beginn der Studie gemessenen depressiven Symptome der Väter. Weitere Faktoren wie familiäre und sozioökonomische Umstände und die Dauer der von der Mutter genommenen Elternkarenz flossen in die Untersuchung ein.
Die Studie erschien kürzlich im „American Journal of Public Health“. Das Forschungsteam betont, dass es sich dabei um eine reine Beobachtungsstudie handelt, die auf Berichten der Väter basiert. Die Forschung unterstreicht dennoch die Bedeutung der Zeit mit dem Baby für das Wohlbefinden der Väter.