Ein Pub, ein Pint, ein Puppenkopf: In London gingen die Frisuren-Kurse für Väter viral. Nun erreicht dieser Trend auch Niedersachsen

Der Kurs startet mit den Grundlagen. Friseurmeisterin Laura Schöttmer erklärt den Teilnehmern das richtige Bürsten. „Lieber mit der Bürste als mit dem Kamm und immer unten in den Spitzen anfangen“, so der Rat der Expertin. Die Väter und Großväter haben jeder ihren eigenen Puppen-Frisierkopf vor sich stehen und dürfen alles direkt ausprobieren. Florian Ramler aus Lünne ist mit zwei Kumpels vor Ort, allerdings nicht ganz freiwillig. „Unsere Frauen haben uns angemeldet und hierher gebracht, wir wussten überhaupt nicht was uns erwartet.“ Der Ehrgeiz ist bei allen schnell geweckt, auch wenn das Zöpfe machen und Haare flechten den Männern einiges abverlangt.
Schluss mit alten Rollenbildern

In dem Workshop gehe es darum, die klassische Rollenverteilung im Badezimmer aufzubrechen, sagt die Initiatorin und Cafébetreiberin Linda Knifka. Sie selbst ist Mutter einer vierjährigen Tochter und weiß, wovon sie spricht. Oftmals seien es die Mütter, die zu Hause für die Haare ihrer Töchter zuständig sind. „Väter sollen und wollen eingebunden werden, da gehört natürlich auch das Zöpfemachen dazu.“ Die Resonanz war schon im Vorfeld riesig, die 18 Plätze so schnell ausgebucht, dass direkt ein Nachfolgetermin anberaumt wurde.
Teamwork am Puppenkopf

Nicht jede Frisur sitzt auf Anhieb perfekt, doch der Spaß steht im Vordergrund. Sitzt ein Zopf mal schief, hilft der Nachbar sofort aus. Mit vier oder sogar sechs Händen entstehen so teilweise äußerst kreative Kopf-Kreationen. „Es sieht bei mir eher aus wie ein Rohrleitungssystem als wie eine Frisur“, stellt einer der Teilnehmer fest. Und auch die Mitstreiter haben durchaus Respekt davor, die erlernten Frisuren an ihren Töchtern und Enkelkindern auszuprobieren. Die Organisatorinnen sind trotzdem hochzufrieden mit der Premiere. „Ich bin guter Dinge, dass morgen ein paar schöne Frisuren im Kindergarten zu sehen sein werden“, so Friseurmeisterin Laura Schöttmer.

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