Längsschnitteinblicke in strukturelle und funktionelle Plastizität und Befestigung über 24 Wochen postpartum
Die Forschung an väterlichen Gehirnanpassungen ist einen Schritt weiter. Eine Längsschnittstudie untersuchte Veränderungen des Volumens der grauen Substanz (GMV) und der funktionellen Konnektivität (rsFC) von 25 Vätern unmittelbar nach der Geburt und bei 3, 6, 9, 12 und 24 Wochen nach der Geburt. Morphologische Veränderungen waren am deutlichsten als Reduktionen der GMV innerhalb der bilateralen okzipitalen, frontalen, temporalen und parietalen Kortizes sowie der temporo-parietale Übergang und der insularen und hippocampalen Regionen in den ersten sechs Wochen, gefolgt von einer allmählichen Stabilisierung. Ab 12 Wochen wurden lokale GMV-Zuwächse in den Frontal- und Kleinhirnregionen beobachtet. Die Konnektivitätsanalyse ergab eine signifikante Reorganisation innerhalb des Salience-, Default-Modus und der Frontoparietal-Netzwerke, wobei Spitzenänderungen in den ersten 9 Wochen durch eine Verschiebung von der sensorischen Verarbeitung zu einer verbesserten kognitiven und affektiven Verarbeitung gekennzeichnet waren. Zusätzliche rsFC-Analysen identifizierten eine erhöhte Amygdala-Cingulate- und Amygdala-Hippocamp-Konnektivität, was auf einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Amygdala und der väterlichen Bindung in den ersten 12 Wochen hinweist. Diese Ergebnisse skizzieren eine klare Entwicklung der väterlichen Neuroplastizität und Anpassung während der frühen postpartalen Periode, gefolgt von Wartungs- und Feinabstimmungsprozessen, die wahrscheinlich das väterliche Pflegeverhalten erleichtern. Anmeldung zur klinischen Studie: Die Studie wurde am Register der Deutschen Klinischen Studien (DRKS; ID: DRKS00024875) registriert.

Quelle: https://www.nature.com/articles/s41398-026-04082-7